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Kunst start-pfeile

Federkiel begreift die Kunst – besser das Kunstwerk – als ein Erkenntnismedium, nicht als Dekorations-, Repräsentations- oder Luxusgut. Die Kunst schafft Gegenorte zu einer zunehmend dauerbeschleunigten Alltagswelt, die beim Einzelnen nur mehr niedrige Aufmerksamkeiten und ständiges Vergessen produziert. Federkiel geht es um eine Arbeit am Kunstwerk, um die Auseinandersetzung mit Phänomenen, die zunächst durchaus fremd oder unverständlich erscheinen können. Erst wenn man dem Kunstwerk den angemessenen Platz und die angemessene Zeit gibt, wird sich eine lust- und genussvolle Begegnung zwischen Werk und Betrachter ereignen.

Bildung start-pfeile

In einer Zeit, in dem auch dem letzten klar werden sollte, dass unser Zusammenleben keinesfalls durch einen eindimensional den Prinzipien des Ökonomismus unterworfenen Gesellschaftsentwurf gesichert werden kann, kommt einer zukunftsweisenden und Zukunft gestaltenden Bildung (wie eben auch der Kultur) eine zentrale Bedeutung zu. Nur in diesen Bereichen kann eine neue Basis gelegt werden, um der wachsenden Verrohung entgegen zu wirken und unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen.

Ökologie start-pfeile

Wir leben am Ende eines mindestens zwei Jahrhunderte lang äußerst erfolgreichen Wirtschafts- und Lebensmodells, das auf Bedingungen aufbaut, die heute nicht mehr existent sind. Ein weiteres Wachstum ist weder wünschenswert noch möglich, denn wir verbrauchen in unserer Gegenwart nicht mehr allein die Ressourcen anderer Länder und Gesellschaften, wir verbrauchen vor allem unsere Zukunft. Federkiel begreift die Neuerfindung einer Post-Wachstumsgesellschaft als eine zivilgesellschaftliche Aufgabe. Solange unsere individuellen Ideale und Wünsche, vor allem unsere Vorstellungen von Zufriedenheit sich nicht von der indoktrinären Wachstumslogik emanzipieren, werden wir nicht zukunftsfähig werden.

Genuss start-pfeile

Das ‚Zuhause’ von Federkiel ist der Münchner Luitpoldblock mit dem Cafe Luitpold als seinem Zentrum. Ein Ort des sinnlichen Genusses. Neben dem Genuss des hausgemachten Fein- und Süßgebäcks bietet ein Kaffeehaus wie das Luitpold auch andere Genüsse: die Freude des Begegnens und Miteinander-Redens, das Vergnügen überraschender Lektüren, die Lust am Fremden und Neuen, das Glück der Verlangsamung. Entsprechend begreift Federkiel Genuss nicht als hedonistischen Selbstzweck, sondern mehr noch als Voraussetzung für ein gutes, erkenntnisreiches Leben.

 

Federkiel baut auf der gleichnamigen, von Tina und Karsten Schmitz 2000 in Berlin gegründeten Stiftung auf. Zweck dieser Stiftung war es, allen künstlerischen und kulturellen Ausdrucksformen Gehör zu verschaffen, die sich aus zeitgenössischen Umständen ergeben. Heute engagiert sich Federkiel zwischen den Bereichen Kunst/Kultur, Bildung, Ökologie und Genuss.

 

Federkiel stiftet Raum für Kunst, für Projekte und für die Entwicklung von Möglichem. Alle Aktivitäten werden von Federkiel bevorzugt in Kooperation mit Partnern realisiert. Ein aktives Mitgestalten innovativer künstlerischer Prozesse und das Vorantreiben kreativer Dynamiken in urbanen wie auch ländlichen Räumen stehen im Fokus.

Künstler sind dabei die wichtigsten Partner. Sie waren es auch, die Anfang der nuller Jahre Tina und Karsten Schmitz auf das kreative Biotop der Leipziger Baumwollspinnerei aufmerksam machten. Bis 2014 fand Federkiel eben dort ihr Hauptbetätigungsfeld. Gemeinsam mit der Baumwollspinnereiverwaltungsgesellschaft mbH engagierte sich Karsten Schmitz für die inhaltliche Konzeption und nachhaltige Neubelebung des denkmalgeschützten Industrieareals. So initiierte Federkiel das Symposium ›Wie Architektur sozial denken kann‹, in dessen Rahmen die für die Spinnerei bis heute tragende Idee einer von den Nutzern des Geländes, also besonders den Künstlern, geprägte Entwicklung entstand. Als eine unmittelbare Folge dieser Grundstrategie gründete Karsten Schmitz gemeinsam mit dem Weimarer Kurator Frank Motz den Kunstraum HALLE 14, ein bis heute vitales Experimentierfeld und Labor für zeitgenössische Kunst. Die dort gezeigten Ausstellungen und initiierten Diskurse fördern nach wie vor die Internationalisierung der Spinnerei. Bereits seit 2005 werden die Aktivitäten der HALLE 14 durch das in seiner Art einzigartige und ortsspezifische Kunstvermittlungsprogramm ›Kreative Spinner‹ ergänzt.

Von Oktober 2012 bis Juli 2013 engagierte sich Federkiel erneut in der Stadt ihrer Gründung, in Berlin. Dort wurde in Kooperation mit der ›ANH-Hausbesitz‹ der temporäre Kunstraum F40 eröffnet, der in jeweils dreimonatigen Einzelausstellungen drei künstlerische Positionen der Sammlung Federkiel ausstellte.

Im Sommer 2014 realisierte Federkiel auf dem sogenannten Kreativquartier an der Dachauer Straße in München das mehrdimensionale Projekt UNDER (DE)CONSTRUCTION. Regionale, nationale und internationale Akteure legten in künstlerischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Interventionen eine breite, nationale und internationale Aufmerksamkeit auf das Quartier und seine Potenziale sowie auf die optionale Perspektive einer nutzergeleiteten Entwicklung.

Seit dem Sommer 2016 betreibt Federkiel den ›Raum für Kunst, Bildung, Ökologie und Genuss‹ im Münchner Luitpoldblock.

 

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