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Haleh Redjaian ist Zeichnerin. Sie zeichnet Linien auf Papier, spannt Linien auf meist weiße handgewebte Teppiche oder zieht Linien raumgreifend vor Wandflächen und durch Räume. Die entstehenden Ornamente, Raster, Muster und Ordnungen, die scheinbar fehlerfreien Systeme suggerieren eine rationale Fassbarkeit der Welt. Doch die endlosen seriellen Wiederholungen sind ersichtlich von Hand erstellt. Redjaian lässt Unsauberkeiten zu.

Auf diese Weise unterlaufen ihre Arbeiten jede rationale Erklärbarkeit, öffnen sich vielmehr poetisch ins Unvollkommene. Ordnung und spielerische Freiheit, Form- und Spieltrieb verdichten sich zu einer spezifischen Lebendigkeit. Die Betrachter brauchen Zeit, um sich in eine vermeintliche Regelhaftigkeit einzusehen und diese dann zugunsten eines sich befreienden Blicks wieder zu verlieren.

Redjaians Werk ist voller Referenzen an weiblich konnotierte Techniken wie Weben, Sticken oder Tagebuch schreiben. Ebenso offensichtlich sind die Referenzen in die Kunstgeschichte, sowohl in die orientalische Ornamentik wie in die westliche Moderne, zum Beispiel zum universellen Ansatz der Bauhaus Ikone Annie Albers oder zur ästhetischen Reduktion von Agnes Martin.

In der ebenso schönen wie strengen, seriellen wie imperfekten Formensprache der Kunst von Haleh Redjaian verbinden sich west-östliche Traditionslinien von Orient und Okzident. Allein die Selbstverständlichkeit, mit der dies geschieht, macht ihre Haltung heute (leider) überaus relevant.

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