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NEWS

Aktuelle Geschehnisse aus den Bereichen
Kunst, Bildung, Ökologie und Genuss

Öffnungen, Eingänge und dritte Orte – im Rahmen von Open Block 2025 hat die Stiftung ein Konzept für zwei Führungen durch den Luitpoldblock entwickelt, in denen der Anlass des Öffnens zum Leitmotiv genommen wird. Seit mehreren Jahren wurden KünstlerInnen dazu eingeladen, auch diese viele Stellen des Luitpoldblocks künstlerisch aufzugreifen. In den Führungen geht es zu den Kunstwerken, die sich hier befinden und den Block prägen.

Speziell zu diesem thematischen Open Block ist das Berliner Duo Fischer&el Sani eingeladen worden. Das temporäre Screening von ihrem Film Klub 2000 – Rome, Paris, Marzahn im Tilo Schulz Raum war Teil der Führungen.

1. BORIS MAXIMOWITZ, „MUT“, 2016
im Innenhof, Eingang vom Salvatorplatz

MUT ist ein Skulpturenprojekt von Boris Maximowitz, das anlässlich des von der Stiftung Federkiel iniziierten Projekts UNDER (DE)CONSTRUCTION auf dem Kreativquartier an der Dachauer Straße in 2014 auf einem Gebäudedach installiert war. Maximowitz verwies mit seiner Installation auf den Mut der ansässigen Akteure des Kreativquartiers. Den Mut, aus dem offiziellen und institutionalisierten Zirkel herauszutreten. Den Mut, Raum für Kreativität einzufordern. Den Mut, Projekte künstlerischer Qualität und sozialen Charakters anzuregen. Den Mut, schließlich, Träume wahr werden zu lassen…

2. NINA FISCHER und MAROAN EL SANI, „KLUB 2000 – ROME, PARIS, MARZAHN“, 1998
Im Tilo Schulz Raum

Das KünstlerInnen Duo Fischer&el Sani entwickelte in den 90er Jahren die Arbeit Phantom Clubs. Eine fotografische Serie, die Eingänge der damaligen temporären Clubs in Berlin (und Liverpool) darstellt. Am Tag, in den Mittagsstunden, als man sich nie sicher sein konnte, ob man vor der richtigen Tür stand. Eine Arbeit zur Navigation, Codes – und Zugänglichkeit. Ein Anlass für uns, um über Transiträume, sowie Klubkultur als Gemeinschaft Stiftendes Element nachzudenken.

Von dem KünstlerInnen Duo wurde im Tilo Schulz Raum ein Teil der Foto Serie gezeigt, sowie der Film Klub2000: Rome, Paris, Marzahn (11min, 1998), der den ProtagonistInnen auf ihrer erfolglosen Erkundungstour nach neuen Club Locations nach Marzahn folgt.

3. TILO SCHULZ, „SCHLEUSE“, 2014
bei Karl und Faber

Die “Sesam-öffne-dich-Wand” ist eine handgefertigte, mit Leder bezogene Ebene, die sich auf Knopfdruck zur Seite schiebt. Die sich öffnende Wand inszeniert das Betreten des Raumes auf sehr poetische Weise und stellt die konventionelle Form der Tür auf charmante Art in Frage.

4. CHRISTOPH WESTERMEIER, „DER PARAGRAF“, 2025
im Palmen Garten

Der §175 wurde als „Schwulenparagraf“ bezeichnet, da er die “gleichgeschlechtliche Unzucht“ zwischen Männern verbot. Der §175 war der einzige Paragraf, der in verschärfter Form nach 1945 und bis 1969 unverändert in Kraft blieb. Das NS-Regime inhaftierte 50.000 Männer und brachte 5.000 – 6.000 in Konzentrationslager. Dies hatte zur Folge, dass ehemalige KZ-Inhaftierte keine Entschädigung beantragen konnten, da sie sich im Falle eines Schadensersatzes einer Straftat bekundet hätten. Ehemalige Strafgefangene mussten ihre Gefängnisstrafe unverändert absitzen.

Im Forum Queeres Archiv München befindet sich das gesamte Konvolut der von Grieger herausgegebenen Zeitschrift Zwischen den Andern, die nur für kurze Zeit bestand. Im Impressum der Zeitschrift steht: „Diese Schriftenreihe ist im Handel nicht erhältlich und kein Geschäftsunternehmen.“

Für die Präsentation im Luitpoldblock wurden Fragmente daraus fotografisch aufgenommen und in die Gegenwart transferiert. Sie zeigen einen queeren Diskurs zwischen Verbot, Bildung, Glamour und Identität. Fotografische Fragmente aus der Zeitschrift “Zwischen den Andern” treten in einen künstlerischen Dialog mit dem persönlichen Lebensalbum von Viktor Heye. Dieses Lebensalbum spannt einen liebevoll mit Collagen und Zeichnungen gestalteten Bogen von den 1930er Jahren bis in die 1970er Jahre. Das Album kam als Flohmarktfund in das Forum Queeres Archiv München und wurde bereits 2022 im Haus der Kunst im Rahmen der Ausstellung Archives in Residence der Öffentlichkeit vorgestellt.

5. KAESEBERG
seit 2024 beim Salon Pauli

KAESEBERG verwendet häufig Materialien wie Kunstharz, Textilien und Seidenpapier und integriert Licht in seine Objekte, wodurch sie wie eingefrorene Erinnerungen erscheinen. Er versteht Kunst als dynamischen Prozess, betont die intuitive und zufallsbedingte Dimension seines Schaffens und lehnt allzu theoretische Deutungen entschieden ab. Für die Ausstellung im Salon Pauli im Luitpoldblock, hat der Künstler sieben Arbeiten ausgewählt, die seit Dezember 2024 im Salon Pauli zu sehen sind.

6. BENJAMIN BERGMANN, „KRONLEUCHTER“, 2013
im Cafe Luitpold

Benjamin Bergmann stellt in seiner Kunst gerne ironisch die Funktionalität alltäglicher Gegenstände in Frage. So hat er zum Beispiel am Leibnitz Rechenzentrum in der Barerstraße einen Basketballkorb angebracht, in 25 Metern Höhe, völlig unerreichbar für einen durchschnittlichen Spieler. Daher heißt die Arbeit auch „Never Ever“. Die „Kronleuchter“ aus dem Jahr 2013 wurden eigens für das ehemalige Vestibül des Cafe Luitpold angefertigt. Weiße Holzgestelle bestückt mit Glühbirnen in den unterschiedlichsten Formen und Farben ähneln die Leuchter ihren barocken Vorfahren aus Muranoglas.

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